In Deutschland angebaute Tomaten haben von Juni bis Oktober Saison. Das saftige Gemüse schmeckt am besten, wenn die Käufer es frisch zubereiten. Richtig gelagert behalten Tomaten jedoch bis zu zwei Wochen ihren aromatischen Geschmack. Die empfohlene Lagertemperatur liegt zwischen zwölf und 16 Grad Celsius.
Tomaten in den Kühlschrank ohne Qualitätsverlust – geht das?
In einem Side-by-Side-Kühlschrank finden viele Lebensmittel Platz. Die meisten Modelle besitzen ein großes Obst- und Gemüsefach, in dem Verbraucher Gemüsesorten wie Rote Bete, Radieschen und Kohl lagern. In einigen Gemüsefächern befinden sich auch Tomaten. Doch gehören die „Liebesäpfel“ wirklich in den Kühlschrank? Die Antwort auf die Frage lautet: Nein.
Tomaten bevorzugen einen zimmerwarmen Lagerort. Die niedrige Temperatur im Kühlschrank schädigt das kälteempfindliche Gemüse in doppelter Hinsicht. Ab Temperaturen von weniger als sechs Grad Celsius verlangsamt sich die natürliche Reife von Tomaten. Gleichzeitig büßen sie im Kühlschrank ihre bereits gebildeten Aromen ein. Diese gehen über den Stielansatz verloren, sodass die Tomate schnell wässrig und mehlig schmeckt.
Ein oder zwei Tage liegen Tomaten im Kühlschrank, ohne dass Verbraucher einen Qualitätsverlust befürchten müssen. Ist das Gemüse länger als eine Woche der künstlichen Kälte ausgesetzt, büßt es zwei Drittel seiner Aromamoleküle ein.
Wann dürfen Tomaten in den Kühlschrank?
Eine Studie der Universität Göttingen aus dem Jahr 2020 kam zum Ergebnis, dass eine kurzzeitige Lagerung von Tomaten im Kühlschrank keine Qualitätseinbußen verursacht. Damit das Gemüse vier bis maximal sechs Tage schadlos im Gemüsefach übersteht, existiert eine wichtige Voraussetzung: die Ernte im reifen Zustand. Zudem sollte die Tomate aus regionalem Anbau stammen und dementsprechend nur einen kurzen Lieferweg hinter sich haben.
Bei der Lagerung von Tomaten im Kühlschrank spielt es eine Rolle, in welchem Kühlschrankfach das Gemüse Platz findet. Bevorzugt bewahren es Verbraucher im Gemüsefach bei einer Temperatur von zwölf Grad Celsius auf. Eine niedrigere Lagertemperatur beschleunigt den Aromaverlust der Tomaten. Ebenso geht deren Aroma umso stärker verloren, je mehr Zeit sie im Kühlschrank verbringen.
Empfiehlt es sich, Tomaten einzufrieren?
Frische Tomaten verlieren bei niedriger Temperatur einen Großteil ihres Geschmacks. Dennoch empfiehlt es sich unter bestimmten Umständen, das Gemüse in der Tiefkühltruhe aufzubewahren. Drohen Tomaten nach längerer Lagerung bei Zimmertemperatur zu verderben, verlängert das Einfrieren ihre Haltbarkeit.
Für die Lagerung im Gefrierfach kommen ausschließlich frische und noch nicht matschige Tomaten infrage. Der Platz im Tiefkühlfach und die Vorlieben der Verbraucher entscheiden, ob sie das Gemüse als Ganzes einfrieren oder im Vorfeld in Stücke schneiden. Damit es sein Aroma längere Zeit behält, ergibt es Sinn, es vor dem Einfrieren einzukochen.
Frieren die Käufer frische Tomaten ein, verändert sich nach dem Auftauen ihre Konsistenz. Das resultiert aus dem hohen Wassergehalt von bis zu 94 Prozent des Gemüses. Daher eignen sich aufgetaute Tomaten nicht mehr für den rohen Verzehr. Sie kommen für die Weiterverarbeitung in Suppen oder Soßen infrage.
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So lagern Sie Tomaten richtig – unsere Tipps
Obgleich in einem großen Side-by-Side-Kühlschrank ausreichend Platz für viel Gemüse vorhanden ist, fühlen sich Tomaten in warmer Umgebung wohler. Vorzugsweise lagert die Frucht der Tomatenpflanze an einem dunklen und luftigen Ort.
Bekommt es ausreichend frische Luft ab, wirkt sich diese positiv auf die Bildung der schmackhaften Aromen aus. Daher gehören Tomaten anders als Kartoffeln oder Zwiebeln nicht in Töpfe oder Leinensäcke.
Damit Tomaten lange Zeit frisch und aromatisch bleiben, legen die Käufer sie zu Hause auf eine große Unterlage. Als solche kommen Holztabletts oder unbenutzte Servierplatten infrage. Alternativ eignet sich ein geputztes Holzbrett in Keller oder Vorratsraum, um Tomaten aufzubewahren. Um Druckstellen an deren Schale zu vermeiden, legen Verbraucher ein sauberes Stofftuch oder Küchentücher als Polsterung auf die Unterlage.
Auf ihrer Unterlage liegen Tomaten am besten nicht übereinander. Zwischen den einzelnen „Liebesäpfeln“ bietet sich zudem ausreichend Platz, sodass die Luft gut zirkuliert. Damit sie zwei Wochen oder länger frisch bleiben, behalten Tomaten ihre Stängel sowie den Blütenansatz.
Es empfiehlt sich nicht, das Gemüse frühzeitig mit Wasser in Berührung zu bringen. Die Feuchtigkeit an der Schale kann den Schimmelbefall begünstigen. Das vermeiden Verbraucher, indem sie die Tomaten erst kurz vor dem Essen oder der Weiterverwertung waschen.
Wie funktioniert die Lagerung von unreifen Tomaten?
Dass Käufer auch unreife Tomaten nicht im Kühlschrank lagern sollten, resultiert aus dem Kälteschock, den das Gemüse hier erlebt. Bei niedriger Temperatur verlangsamt sich dessen Reifeprozess. Dieser Umstand beeinträchtigt das Nachreifen der Tomaten. Bleiben diese grün und unreif, stellen sie beim Verzehr ein Gesundheitsrisiko dar.
Damit Tomaten nachreifen, wickeln die Käufer sie in Zeitungspapier oder dünnes Küchenpapier ein und lagern sie bei Raumtemperatur. Sortenabhängig eignet sich eine warme Stelle in der Küche als Lagerplatz für die Nachreifung. Rispentomaten fühlen sich bei einer Umgebungstemperatur zwischen 15 und 18 Grad Celsius wohl.
Warum lagern Tomaten am besten allein?
Ähnlich wie Äpfel verströmen Tomaten das Gas Ethylen, das den Reifeprozess von Obst und Gemüse beschleunigt. Liegen sie neben bereits reifen Gemüsesorten, drohen deren Überreife oder Verderb. Um das zu vermeiden, brauchen Tomaten einen separaten Lagerplatz.
Allerdings können sich Verbraucher das ausgestoßene Ethylen der Nachtschattengewächse zunutze machen. Sollen Bananen, Mangos oder Papayas schneller nachreifen, hilft eine kurze Lagerzeit zwischen den Tomaten ihrem Reifeprozess auf die Sprünge.
Fazit
Lagern Tomaten im Kühlschrank, verlieren sie innerhalb kurzer Zeit einen Großteil ihres Aromas. Damit das Gemüse mehrere Wochen seinen Geschmack behält, empfiehlt sich eine Lagerung an dunklen Orten bei Zimmertemperatur.


